Singen hält gesund

(Quelle: Artikel von Martin Schuppli)

 

Singen hält gesund. Es aktiviert die Glückshormone und baut das Stresshormon Cortisol ab. Der Blutdruck sinkt, und die intensivere Atmung versorgt den Körper mit Sauerstoff. Bereits 15 Minuten bringen das Herz-Kreislauf-System in Schwung.

Singen können alle. Junge und Alte. Asthmatiker und Stotterer, Selbstbewusste und Schüchterne. Singen macht stark, befreit die Seele und vertreibt Ängste. Singen ist Wohlfühlmedizin pur und führt in den meisten Fällen rasch zu einer erhöhten Produktion des "Schmuse-Hormons" Oxytocin. Dieses tritt bei Frauen unmittelbar nach der Geburt auf und spielt ebenfalls beim Sex eine wichtige Rolle. Das Hormon euphorisiert und beruhigt. Es weckt Gefühle von Liebe und Fürsorglichkeit. Wer singt, fördert also die Entspannung und baut Stress ab. Ebenfalls ausgeschüttet werden beim Singen Endorphine, das sind körpereigene Schmerzlinderer. Hinzu kommen Melatonin, das beruhigend und schlaffördernd wirkende Hauptsekret der Zirbeldrüse, das Nebennieren-Hormon DHEA sowie Immunglobulin A. Die Wirkung dieser Hormone führt dazu, dass sich unter Menschen, die zusammen singen, leichter eine Atmosphäre von Vertrautheit, Geborgenheit und Heiterkeit ausbreiten kann.

 

Wirkungsvolle Entspannung

Singen harmonisiert unser vegetatives Nervensystem. Forscher fanden eine direkte Verbindung zwischen unserer Kehlkopfmuskulatur und dem parasympathischen Vagusnerv. Der Parasympathikus ist zuständig für Entspannung, Regeneration, Senkung des Blutdrucks sowie für die Verlangsamung von Herzfrequenz und Gehirnwellen. Für Menschen, die unter Dauerstrom stehen und deren Sympathikus auf Hochtouren läuft, sind Entspannung und Erholung von grösster Bedeutung, um im Gleichgewicht zu bleiben. Singen ist ein einfacher, wirkungsvoller Weg, eine gesunde Harmonie ins Leben zu bringen. Und es macht erst noch Spass. Das weiss auch Damian Meier, Tenor bei der erfolgreichen Gruppe "I Quattro", Gesangslehrer u.a. an der Musikschule Oberdorf SO und Vocal-Coach diverser Sängerinnen und Sänger. Damian Meier begann schon als Achtjähriger intensiv zu singen und war Mitglied bei den Solothurner Singknaben in der St. Ursen-Kathedrale. An der Hochschule der Künste in Bern schloss er mit dem Lehrdiplom für Gesang ab.

 

Richtig atmen und einsingen

Fragt man den Experten, was denn das Wichtigste sei beim Singen, antwortet er: "Das Atmen. Sängerinnen und Sänger müssen lernen, tief in den Bauch zu atmen und die Luft im Zwerchfell zu halten, zu stützen, also im Hals keinen Druck zu geben. Das ist für viele nicht einfach; denn in unserer Gesellschaft ist die durch Stress bedingte Hochatmung gang und gäbe". Meier rät Anfängern, nicht zu forsch ans Werk zu gehen. "Besser ist, sich eine Viertelstunde einzusingen. Ebenfalls wichtig sind Lockerungsübungen für den ganzen Körper. Auch Atemübungen gehören zu einem guten Einsingen". Tenor Damian Meier übt täglich vier bis fünf Stunden, wenn er nicht unterrichtet oder Auftritte hat. Mit seinen Tenören absolviert er ungefähr 100 Konzerte im Jahr. Wer so viel singt, sollte gesund bleiben und seiner Stimme Sorge tragen. Das weiss auch Markus Arnold, Mitglied bei der A-capella-Formation "Vocal Solicant" und Besitzer der DROPA Drogerie in Grenchen SO: "Ganz wichtig ist die Feuchtigkeit im Hals. Das heisst, viel Wasser und Tee trinken. Zudem lutsche ich gerne Blackcurrant oder DROPA Bronchialpastillen".

 

Einfache Mittel stärken die Stimme

Bei gröberen Problemen, also wenn der Hals angegriffen ist, setzt der singende Drogist auf einen Spagyrikspray. "Den brauche ich schon beim geringsten Kratzen. Hilfreich sind auch Halswehtabletten sowie getrocknete Vogelbeeren - mein kleines Geheimmittel. Sie spenden Feuchtigkeit und sind adstringierend, das heisst, sie ziehen das Gewebe zusammen". Wenns ganz schlimm wird, greift der DROPA Drogist zu Selentabletten oder macht ein Umschlag mit einer gebrauchsfertigen Paste. "Das wirkt schmerz- und entzündungshemmend". 

 

Gesangsprofi und Tenor Damian Meier wird dann und wann gar zum schweigsamen Menschen. "Bevor meine Stimme Schaden nimmt, versuche ich im Alltag wenig zu reden. Das ist mein lebhaftes Temperament nicht immer einfach. Zudem pflege ich meine Stimme regelmässig mit Übungen. Und wenn es kälter wird, trinke ich vermehrt wärmende Getränke wie Tee zum Beispiel mit Ingwer". Pastillen lutscht Meier die verschiedensten Sorten. "Man sollte nie zu lange gleichen nehmen". Ebenfalls empfiehlt sich ein warmes Bad. "Das gehört auch zur Stimmenpflege. Es entspannt Körper und Geist und somit auch die Stimme".


Fragen an...

Frank Speh, Apotheker in der DROPA Drogerie Apotheke Arbon TG.

Wie sollen Sängerinnen und Sänger ihre Stimmbänder fit halten?

Franke Speh: Das Wichtigste ist, dass sich die Stimmbänder nicht entzünden, man sich also nicht erkältet. Sind die Stimmbänder angegriffen, soll man die Stimme schonen und möglichst wenig sprechen.

 

Vorbeugen ist also wichtig?

Unbedingt. Kann man die Abwehr steigern und die Schleimhäute gegen Austrocknen schützen, tritt der schlimmste Fall gar nicht ein.

 

Welche Kräuter eignen sich besonders, um die Stimmbänder zu "schmieren"?

In der Sängerszene kursieren viele Geheimtipps. In der Apotheke empfehlen wir Grethers- oder Emser Pastillen. Bei den Kräutern eignet sich Salbei sehr gut. Vor einem Auftritt hilt das Homöopathikum Anis-Pyrit. Das kann man auch einsetzen, wenn der Hals entzündet ist.

 

Und wenn jemand auf Schulmedizin schwört?

Dann empfehle ich entzündungsgemmende Schmerzmittel in Form von Lutschtabletten.

 

Kann ich mich vor Heiserkeit und Erkältungen schützen?

Sicher: Wichtig ist, die Abwehrkräfte zu steigern. Dazu eignen sich Produkte mit Rotem Sonnenhut oder ein Abwehr steigernder Spagyrikspray. Zudem sollte man den Körper ausreichend mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgen, vor allem mit Vitamin C und Zink. Häufiges Händewaschen schützt ebenfalls vor Ansteckung.

 

Wichtig ist auch, die Schleimhäute feucht zu halten.

Genau. Ich rate meinen Kunden, viel zu trinken, die Nase mit Salzspray oder mit regelmässigen Nasenduschen zu pflegen. Ebenfalls bewährt haben sich Lutschpastillen mit unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen. Davon finden Sie in der DROPA eine grosse Auswahl. Ein Augenmerk gilt auch der Raumluftfeuchtigkeit. 

 

Wie hoch sollte diese in den Räumen sein?

Sie sollte im Winter zwischen 40 bis 60 Prozent betragen. Gut zu wissen ist auch, dass unsere Atemwege immer stärker belastet sind, weil wir uns in klimatisierten Räumen mit trockener Heizungsluft aufhalten. Dazu gehört auch das Auto.

 

Für eine starke Stimme kann man auch einen Spagyrikspray einsetzen.

Ja, das stimmt. Unter anderem empfehlen wir folgende spagyrische Essenzen: Arnika, Bienenkittharz, Zwiebel, Myrrhe und Salbei. Diesen "Sängerspray" kann man akut einsetzen mit drei Stössen in den Rachen pro halbe Stunde.

 

Und vorbeugend...

...kann man ihn auch anwenden. Dann sprüht man dreimal täglich drei Stösse.